Dabei bemühte sich Alastair Campbell am Dienstag, seine politische
Bedeutung zu jener Zeit herunterzuspielen. Er habe an vielen wichtigen
Besprechungen teilgenommen, aber keinen Einfluss auf politische
Entscheidungen gehabt, sagte Campbell.
Er habe außerdem das seinerzeitige Dokument zur Rechtfertigung des
britischen Militäreinsatzes "nicht aufgemotzt", sagte Campbell. Auch
hätten weder Blair noch irgendwelche anderen ranghohen Politiker die
Geheimdienste angewiesen, manipulierte Informationen zu liefern.
In dem umstrittenen Papier hieß es, der damalige irakische Staatschef
Saddam Hussein könnte innerhalb eines Jahres Atomwaffen besitzen. Damit
rechtfertigte Blair seinerzeit die Kriegsbeteiligung, die in der
Bevölkerung sowie auch in seiner Labour Party teilweise auf großen
Widerstand stieß.
Da im Irak niemals Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, wurde
schon bald der Verdacht von Manipulationen laut. Campbell erklärt
jedoch, die in besagtem Papier dargestellten Fakten seien nicht
übertrieben gewesen. Der neue Ausschuss nahm seine Arbeit Ende November
auf. Blair dürfte Ende Januar oder Anfang Februar vernommen werden.
18 März 2010 - 20:30
News ID: 175762
Als einer der einflussreichsten britischen Politiker während des Irak-Kriegs 2003 ist der Sprecher des damaligen Premierministers Tony Blair vom Irak-Untersuchungsausschuss vernommen worden.